Das Haus Magnussen Ein Künstlerhaus mit Geschichte
Hoch über der Schlei, auf dem Erdbeerenberg in Schleswig, steht ein Haus, das seit nahezu 150 Jahren eng mit der Kultur- und Kunstgeschichte der Region verbunden ist: das Haus Magnussen.
Erbaut wurde es im Jahr 1875 von Christian Carl Magnussen (1821–1896), einem der bedeutendsten Künstler Schleswigs des 19. Jahrhunderts. Sein Lebensweg führte ihn durch die großen Kunstmetropolen Europas – von Kopenhagen über Paris und Rom bis nach Hamburg – bevor er sich schließlich in Schleswig niederließ.
Mit dem Bau des Hauses verwirklichte Magnussen seine Vision eines kreativen Ortes. Ursprünglich sollte das Gebäude als Holzschnitzschule dienen und gleichzeitig eine umfangreiche Sammlung antiker Kunstwerke beherbergen. Obwohl das ambitionierte Projekt wirtschaftlich nicht den erhofften Erfolg brachte, entwickelte sich das Haus zu einem lebendigen Zentrum künstlerischen Schaffens.
In den lichtdurchfluteten Räumen entstanden zahlreiche Gemälde, Zeichnungen und Entwürfe. Die besondere Atmosphäre des Hauses prägte auch die nächste Generation: Magnussens Kinder Ingeborg und Harro wuchsen hier auf und fanden selbst ihren Weg in die Kunst. Harro Magnussen wurde später als Bildhauer bekannt und schuf unter anderem die berühmte Büste Otto von Bismarcks.
Bis heute erinnern zahlreiche Werke der Familie Magnussen an ihre außergewöhnliche künstlerische Bedeutung. Gemälde, Skulpturen und Büsten befinden sich unter anderem im Stadtmuseum Schleswig sowie im Schloss Gottorf.
Im Jahr 1911 ging das Haus in den Besitz der Familie Klatt über. Seitdem wird es von deren Nachkommen bewahrt und mit großer Sorgfalt erhalten. So verbindet das Haus Magnussen bis heute die Geschichte eines außergewöhnlichen Künstlers mit der lebendigen Tradition eines Familienhauses.
